Am 02.10.2019 erschien folgender Beitrag im „Staufer-Kurier“, dem Amtsblatt der Stadt Waiblingen, unter der Rubrik „Stadträte haben
das Wort“ :

Liebe Waiblingerinnen, liebe Waiblinger,

das Volksbegehren pro Biene ist nun in Baden-Württemberg gestartet. Dies beschäftigt uns Waiblinger Landwirte sehr stark. Wir Landwirte sind für die Bienen, aber leider sind wir gegen das Volksbegehren pro Biene. Es wird gefordert, den ökologischen Anbau auf 50 Prozent auszuweiten. Baden Württemberg ist deutschlandweit Spitzenreiter im Öko-Anbau. Eine künstliche Überproduktion führt zu einem starken Preisverfall d. h. die Erlöse der Ökobetriebe würden die Produktionskosten nicht mehr decken und sie können im Wettbewerb nicht mehr bestehen. Hier in Waiblingen haben wir sehr große Landschaftsschutzgebiete wie z. B. den Sörenberg, das Untere Remstal, um den Hartwald in Hegnach oder auch in Bittenfeld Richtung Weiler. Hier wird gefordert, dass kein Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden darf. Durch Pflanzenschutzmittel sichern wir die hohe Qualität der Produkte, das gilt sowohl für die konventionellen Betriebe wie auch für die Bio-Landwirtschaft. Im Gesetzentwurf steht auch eine Mengenreduzierung von 50 Prozent bei Pflanzenschutzmitteln. Wir setzen heute schon so wenig wie möglich  Pflanzenschutzmittel ein. Eine pauschale Reduzierung ist nicht zielführend. Es gibt Jahre, da wird fast kein Mittel benötigt. Und manchmal benötigt man mehr, um gesunde und sichere Lebensmittel zu erzeugen. Das würde bei uns Menschen bedeuten, wir bekommen nur ein oder zwei Medikamente im Jahr und wenn man öfters krank ist und mehr benötigt, hat man einfach Pech. Dies alles wollen wir nicht. Das Volksbegehren schießt übers Ziel hinaus und zerstört mehr, als es Gutes tut. In Landschaftsschutzgebieten ist dann keine Landwirtschaft mehr möglich. Wo kommen dann unsere guten regionalen Lebensmittel her? Das Ausland steht schon in den Startlöchern, um uns zu beliefern. Meine große Bitte ist: informieren sie sich gut über die Folgeneines solches Volksbegehrens und suchen Sie das Gespräch mit Ihren Waiblinger Landwirten.

Ihr Volker Escher
Freie Wähler/ Demokratische freie Bürger Waiblingen


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